Der Hafenblog

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Die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle

 

 

Mit freundlicher Genehmigung der Paderborner Puppenspiele

 

Sonntag, 23. September 2018
Der Gregorianische Kalender

Die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle

Moin moin liebe krummbeinigen Seemänner und Seemännerinnen, hier ist sie wieder, die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.
Vor dem durch Julius Ceasar 45 v.Chr eingeführten Julianischen Kalender galt der Kalender des römischen Königs Numa Pompilius. Er war auf der Umlaufbahn des Mondes basiert und hatte 355 Tage. Das hatte zur Folge, daß das Jahr einfach zu wenig Tage hatte. Julius Cäsar erkannte den Fehler, änderte den Kalender in einen Sonnenkalender und führte alle vier Jahre ein Schaltjahr ein. Da aber die Umlaufbahn der Erde um die Sonne ungefähr 365,24219052 Tage beträgt, stimmte die Zeitrechnung immer noch nicht genau. Unter Papst Georg XIII wurde deshalb der Gregorianische Kalender eingeführt, der bis heute gültig ist. Die Schaltjahresregelung wurde überarbeitet. Schaltjahre sind weiterhin alle 4 Jahre. Alle Säkularjahre aber, das sind Jahre, die ein Jahrhundert abschließen, entfällt das Schaltjahr. Ausgenommen davon sind Säkularjahre, die durch 400 teilbar sind. So sind z.B. 1800 und 1900 keine Schaltjahre, 2000 aber war eins. Mit dieser Regelung hat man erst in 3231 Jahren einen Fehler von 1 Tag. Der Gregorianische Kalender wurde 1582 eingeführt und damit auch die Zeit korrigiert, was zur Folge hatte, daß 10 Tage des Monats Oktober wegfielen. Auf Donnerstag, den 4. Oktober folgte Freitag, der 15. Oktober.
Ich frage mich, was das wohl für Auswirkungen hatte. Bekam man damals eine Entschädigung von der Ochsenkarrenfahrervereinigung, weil das Gespann mehr als 60 Minuten nämlich erst 10 Tage später ankam? Bekam man eine Strafe, weil die damalige Steuer „der gemeine Pfennig“, der ein Gemisch aus Kopf-, Personal- und Standessteuer war und wahrscheinlich bis zum 10. eines Monats eingereicht werden mußte, zu spät beim Landesherren einging? Und was geschah mit den Tischreservierungen in einer Taverne? Verkürzte sich der 14 Tage Urlaub in einer Herberge auf einen Tag, weil An- und Abreise sowieso schon jeweils einen Tag beanspruchen? Und das Wichtigste: War der Flammkuchen, den man in einem Anfall von Fresslust um 23:55 Uhr in seiner Lieblingstaverne bestellte, bei der Anlieferung 10 Tage später bereits kalt?
Was ich aber gar nicht verstehe ist Folgendes. Der Julianische Kalender mußte damals eingeführt werden, weil aufgrund der falschen Zeitrechnung der Januar 80 Tage zu früh begann und damit der Winter in den Herbst fiel. Das gleiche Problem der Jahreszeiten können wir jedoch auch noch heute beobachten. Nur schiebt man das jetzt auf den Klimawandel und ändert den Kalender nicht.

Bis neulich und immer eine handvoll Wasser unterm Steg
die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.



Freitag, 7. September 2018
Die politische Wahl

Die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle

Moin moin liebe krummbeinigen Seemänner und Seemännerinnen, hier ist sie wieder, die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.
Man sollte es nicht glauben aber wir Ratten haben auch ein soziales Gefüge, das man Staat nennen könnte. Nicht unbedingt ein Sozialstaat denn nur allein fressen macht dick, aber immerhin ein Staat, in dem ein Anführer gewählt wird. Meistens sieht die Wahl aber so aus, daß der, der vorne steht von den anderen auf den Kanzlerstuhl geschoben wird. Als Folge davon werden die anstehenden Probleme dann nicht gelöst sondern einfach ausgesessen. Wer aber denkt, daß uns Ratten alles völlig egal ist, der irrt gewaltig. Die unterschiedlichen Strömungen von Kanalratten, Hafenratten, Landratten und Wasserratten wollen kanalisiert werden. Deshalb haben die Kanalratten das ureigene Bedürfnis bei Wahlen immer vorne zu stehen. Leider tendieren sie aber dazu, immer dem Leittier hinterher zu laufen, was eine vernünftige Opposition beinah unmöglich macht. Zum Glück sind jedoch die anderen Strömungen noch da. Die rufen dann lauthals hinter vorgehaltener Hand: „Ihr sitzt alles nur aus, ihr macht ja nichts“ und stellen sich bei der nächsten Wahl ganz hinten an. Von dort wird dann kräftig nach vorne geschoben bis einer auf dem Kanzlerstuhl sitzt. Sie wissen eben wie man sich vor allem richtig drückt.
Aber wer weiß schon, was richtig ist und was nicht, und wie heißt es so schön:
„Wissen ist Macht, nix wissen macht nix.“

Bis neulich und immer eine handvoll Wasser unterm Steg
die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.




Donnerstag, 2. August 2018
Der Manager

Die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle

Moin moin liebe krummbeinigen Seemänner und Seemännerinnen, hier ist sie wieder, die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.
Am letzten Sonntag ging ich mit meiner Frau und unseren 31 Kindern auf einem großen Feld spazieren. Ein Mann in einem Heißluftballon hatte sich verirrt. Er ging tiefer und sichtete einen Mann am Boden. Er sank noch weiter ab und rief:
"Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen und ich weiß nicht, wo ich bin."
Der Mann am Boden antwortete:
"Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10m Höhe über dem Boden. Sie befinden sich zwischen 40 und 41 Grad nördlicher Breite und zwischen 59 und 60 Grad westlicher Länge."
"Sie müssen Ingenieur sein", sagte der Ballonfahrer.
"Bin ich" antwortete dieser, "woher wussten Sie das?"
"Nun" sagt der Ballonfahrer, "alles was Sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und ich weiß immer noch nicht, wo ich bin. Offen gesagt waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert."
Der Ingenieur antwortete:
"Sie müssen im Management tätig sein."
"Ja" antwortete der Ballonfahrer, "aber woher wussten Sie das?"
"Nun" sagte der Ingenieur, "Sie wissen weder wo Sie sind, noch wohin Sie fahren.
Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position gekommen.
Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen.
Tatsache ist, dass Sie in exakt der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber jetzt bin irgendwie ich schuld!"
Das klingt irgendwie nach VW oder?


Bis neulich und immer eine handvoll Wasser unterm Steg
die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.



Sonntag, 10. Juni 2018
Die Elsterratte

Die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle

Moin moin liebe krummbeinigen Seemänner und Seemännerinnen, hier ist sie wieder, die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.

Einer meiner 432 Großneffen mütterlicherseits lebt mit seiner Frau und seinen 21 Kindern in der Bilge eines alten Schleppers. Der Hafen, in dem sie liegen, ist unter der Verwaltung eines Vereins. Und wie in jedem Verein haben die Mitglieder unterschiedliche Charaktere, manche haben sogar einen ziemlich unterschiedlichen Charakter. So zum Beispiel der Nachbar meines Neffen. Er hat einen gewissen Drang nach Eigentumsübertragung. Manche sagen: „er gleicht einem schwarz weiß gefiederten Vogel, der Elster genannt wird und alles klaut, was nicht niet-und nagelfest ist, kurz gesagt: „Er ist eine diebische Ratte“. Eines Tages wurde es dem Vorstand zu viel, er kündigte die Mitgliedschaft dieses Vogels. Da der Vorstand aber sehr gewissenhaft ist, machten sie sich zuvor viel Gedanken über die Ursachen und kamen zu dem Schluß, daß es sich hier wohl um Kleptomanie handele und man unbedingt ärztliche Hilfe anfragen solle. Beim Gespräch mit der örtlichen psychiatrischen Kapazität ergab sich die Frage, woran man denn erkennen könne, ob jemand ein Fall für die direkte Einweisung sei. Die Antwort des Professor Dr. Dr. Dr. war einfach:
"Nun, wir füllen eine Badewanne, geben dem Kandidaten einen Teelöffel, eine Tasse und einen Eimer und bitten ihn, die Badewanne auszuleeren.“
"Ah, wir verstehen“ sagte der Vorstand, „und ein normaler Mensch würde den Eimer nehmen, damit es schneller geht, ja?"
„Nein, ein normaler Mensch würde den Stöpsel ziehen ...“

Der Antrag auf sofortige Einweisung der diebischen Ratte wurde nie gestellt.

Bis neulich und immer eine handvoll Wasser unterm Steg
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Dienstag, 10. April 2018
Bauernregeln

Die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle

Moin moin liebe krummbeinigen Seemänner und Seemännerinnen, hier ist sie wieder, die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.

Neulich waren wir bei einem meiner zahlreichen Onkel mütterlicherseits, der auf einem Bauernhof wohnt. Er sieht sich niemals den Wetterbericht im Fernsehen an sondern, verläßt sich ganz auf die alten Bauernregeln. Hier ein paar Beispiele:
Wildgänse auf offenem Wasser - der Sommer wird ein nasser.
Wenn Spinnen in die Häuser kriechen, sie einen kalten Winter riechen.
Ist die Spinne träg zum Fangen, Gewitter bald am Himmel hangen.
Wenn der Hahn bei Vollmond kräht, die Sonne in der Früh aufgeht.
Wenn die Schwalben das Wasser im Fluge berühren, so ist schon bald der Regen zu spüren.
Herrscht am Abend Sonnenschein, wird er nicht von Dauer sein.
Der Nordwind ist ein rauher Vetter, doch er bringt beständig's Wetter.
Donnert's durch den kahlen Wald, wird's vielleicht noch mal sehr kalt.
Siehst du Nebel auf Seen und Auen, kannst du getrost auf schön Wetter bauen.

Ich persönlich halte ja auch nicht viel von den Wetterberichten, aber die Bauernregeln mache ich immer selbst:
Springt der Ochse auf den Hahn, war's wahrscheinlich Rinderwahn.
Hat der Bauer Frost am Schuh, steht er in der Tiefkühltruh'.
Dreht der Hahn sich auf dem Grill, macht das Wetter was es will.
Wenns dem Bauern in die Suppe hagelt, war das Dach wohl schlecht vernagelt.
Riechen streng des Bauers Socken, war der letzte Winter trocken.


Bis neulich und immer eine handvoll Wasser unterm Steg
die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.




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1 Kommentar

24.11.2017 22:10 Paul
Hallo Hugo, mach weiter so !! Deine Anekdoten sind wunderbar. Gruß Paul und Anne