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45. Der Professor

Sonntag, 3. Februar 2019

Die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle

Moin moin liebe krummbeinigen Seemänner und Seemännerinnen, hier ist sie wieder, die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.

Man glaubt es nicht, gestern kam doch wirklich nach langer Zeit einer meiner 243 Onkel zu Besuch. Er kommt aus Köln und hat da eine kleine Höhle am Rheinufer. Wenn die großen Schubverbände bei ihm vorbeifahren, schwappt immer ein wenig Wasser in den Bau, besonders wenn sie bergwärts unterwegs sind. Aber das macht ihm nichts aus, sagt er, dafür genießt er eine schöne Aussicht. Mein Onkel wird in unserer Familie „der Professor“ genannt, nicht nur weil er mit seiner runden Nickelbrille, seinem dicken Bauch und der Halbglatze so aussieht, er weiß auch sehr viel. Nicht alles ist nützlich, vieles aber sehr unterhaltsam.

Als drei meiner jüngeren Kinder, übermütig in der Höhle herumtollten, rief ich sie zur Ordnung. Wie die kleinen nun mal sind, wollten sie nicht hören und riefen: „Wir spielen doch nur“. Sie sprangen weiter über Tisch und Bänke und hatten den Schalk im Nacken. „Jetzt hört endlich auf mit den Fisimatenten“, rief ich laut, was sie aufhorchen ließ. Sie sahen mich verständnislos an und lachten sich halb kaputt. „Was sagst du da Fisimitäten“, riefen sie immer noch lachend, „was ist das denn für ein Wort?

Das war der große Augenblick für den „Professor“. Er sagte: „Doch, das ist ein Wort, es heißt so viel wie Unsinn oder Blödsinn. Wisst ihr denn woher es kommt“? Ohne auf eine Antwort zu warten dozierte er weiter: „Das Wort kommt aus dem Französischen, als das Rheinland 1794 von Napoleon erobert und besetzt wurde bevor er weiter nach Osten zog. Die Besetzung dauerte bis 1813 als die Preußen das Rheinland zurück eroberten. In dieser Zeit waren die Franzosen sehr prägend, was sich auch in der Sprache bemerkbar machte.

„Und was hat das alles mit „Fisimatenten“ zu tun“, fragten die Gören gelangweilt?

„Das kommt daher, dass die Soldaten in Zelten wohnten und wenn ein nettes Mädel vorbei kam, fragten sie auf französisch, „visit ma tente“, was „besuche mein Zelt“ heißt.

„Und was machten die dann in dem Zelt“, fragten die Kleinen?

„Das erklären wir euch später mal“, ging ich dazwischen, worüber die drei Racker sehr froh waren, denn sie wollten nicht noch mehr Unterricht bekommen.

Aber man wird nicht dümmer vom Zuhören, ich dachte immer, dass „visit ma tente“ „besuch meine Tante „ heißt, aber was hätte die dann in dem Zelt gemacht??.

Bis neulich und immer eine handvoll Wasser unterm Steg

die alte Schiffsratte mit dem Blog für alle Felle.